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Audioaufnahmen: ein Leitfaden für die Podcast-Produktion

Lesezeit: 02:00 min

Audioaufnahmen: ein Leitfaden für die Podcast-Produktion:

Einsteigertipps für die Podcast-Produktion

Podcasts erleben einen Boom! Auch in der Verbands- und Unternehmenskommunikation werden die Audioformate immer häufiger eingesetzt. Um Ton aufzunehmen, braucht es nicht viel. Das Smartphone kann heute in einer Qualität aufnehmen, für die früher ein professionelles Mikrophon genutzt werden musste. Geht es allerdings um langfristige, wiederkehrende Produktionen wie einen Podcast, können Investitionen in eine Grundausstattung für solide Aufnahmen am Computer eine gute Wahl sein.  Lesen Sie in unseren Tipps, worauf Sie achten sollten und was Ihnen bei der Nachbearbeitung hilft. 

Podcasts aufnehmen: die Grundausstattung

1.    Das Mikrofon

Das wohl wichtigste Basic. Das Mikrofon erfasst Lautstärken und Frequenzen und wandelt sie in ein Mikrofonsignal um. Je nach Preisklasse variiert die Qualität des Sounds. Aber: Auch mit günstigeren Mikrofonen lassen sich durchaus akzeptable Aufnahmen machen. Unabhängig vom Modell ist ein Ständer oder Halter empfehlenswert, damit Sie das Mikrofon an einem vibrationslosen Ort fixieren können. Außerdem lohnt sich ein Popschutz, eine dünne Stoffmembran, die circa faustbreit vor dem Mikrofon klemmt. Sie filtert laute Atemstöße und Speichelpartikel.

2.    Das Interface

Computer können Mikrofonsignale nicht entschlüsseln - es sei denn, Sie haben ein USB-Mikrofon, was eher selten ist.  Ansonsten brauchen Sie zur Übersetzung ein Audio-Interface, das zum einen Eingänge für Lautsprecher, Kopfhörer, Mikrofone und andere Instrumente wie Gitarren hat und zum anderen das eingehende Signal so umwandelt, dass der PC es verarbeiten kann. Es dient also als Schnittstelle zwischen Aufnahmegerät und Computer.  Wer noch nicht weiß, ob er wirklich auf lange Sicht Audios aufnimmt, findet günstige Varianten im Set mit Mikrofon und Kopfhörern im niedrigen dreistelligen Bereich.

3.    Die Kopfhörer

Ein lockeres Kabel, die summende Raumbelüftung: Ein Rauschen, Kratzen oder Brummen in der Audiodatei kann schnell entstehen. Richtig ärgerlich ist es, wenn es erst nach der Aufnahme auffällt. Denn dann ist die Tonspur für die Veröffentlichung meist unbrauchbar. Wenn Sie schon beim Aufnehmen des Podcasts Kopfhörer tragen, hören Sie solche Störfaktoren sofort und können sie ausschalten.
Im Grunde eignet sich jeder handelsübliche Kopfhörer. Wer es etwas hochwertiger möchte, wird ab circa 100 Euro fündig.

4.    Die DAW: das Audiobearbeitungsprogramm

Mit sogenannten „Digital Audio Workstations“, kurz DAW, lassen sich Audioaufnahmen problemlos bearbeiten und „manipulieren“. Allerdings sind die meisten sehr komplex und die Lizenz ziemlich teuer. Eine kostenlose Alternative bietet „Audacity“, das für Einsteiger gut geeignet ist. Hier fehlen jedoch einige Möglichkeiten anderer, kostenpflichtiger Audiobearbeitungsprogramme. Das Angebot an DAW ist groß. Es gibt Programme, die besser mit Apple oder mit Windows funktionieren. Auch die Benutzeroberfläche unterscheidet sich je nach Hersteller stark.  Mehr Details zur Audiobearbeitung mit DAW finden Sie unter “Plugins”.

5.    Die Raumakustik

Auch der Raum, in dem Sie aufnehmen, hat Einfluss auf die Qualität Ihrer Aufnahme. Sie  verändert sich je nach Aufnahmeposition und Raumgröße. In den Ecken beispielsweise kommen die unteren Frequenzbereiche stärker durch, das heißt die Aufnahme ist deutlich basslastiger. Und es gibt Stellen im Raum, die den Schall reflektieren uns so für einen Widerhall sorgen können. Die können Sie mit Schaumstoffplatten oder Blöcken aus dem Fachhandel einfach beseitigen. Oft tut es aber auch schon  eine gut positionierte Matratze oder eine geöffnete Schranktür. Hier heißt es einfach ausprobieren, was am besten hilft, denn kaum eine Raumsituation gleicht der anderen, so dass sich Lösungen schlecht übertragen lassen.
 

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Die Nachbearbeitung: PlugIns für die Postproduction

Die Aufnahme ist im Kasten, aber trotz Matratzen und Kopfhörern klingt sie nicht optimal? Kein Problem: In der sogenannte Postproduction können Sie sie nachträglich bearbeiten. Kleinere Programme, auch PlugIns genannt, die in Audiobearbeitungsprogrammen wie den schon erwähnten DAWs installiert sind, decken verschiedene Bereiche der Audiobearbeitung ab. Es gibt bei diesen sogenannten PlugIns eine vielfältige Auswahl, wovon einige sehr kostspielig sind. Allerdings gibt es auch hier vorprogrammierte, kostenlose Varianten wie die in Audacity, die für den Anfang ausreichen. Hier sind drei hilfreiche PlugIns für die Stimmbearbeitung:

1. Equalizer

Ein Equalizer wird dann eingesetzt, wenn Frequenzen auftreten, die beim Hören unangenehm sind. Häufig wird beispielsweise der untere Frequenzbereich entfernt, da zu viele Bässe in der Stimme irritierend wirken.

2.    Deesser

Wie der Name „Deesser“ schon vermuten lässt, vermindert dieses PlugIn scharfe, unangenehme Zischlaute in Wörtern mit „s“, „z“ oder „ß“. Mit einem Regler können Sie ganz einfach bestimmen, wie stark diese Bereiche gedämpft werden sollen.

3.    Compressor

Es kommt bei jeder Audioaufnahme vor, dass manche Worte lauter oder leiser ausgesprochen werden. Für das Ohr ist es jedoch angenehmer, wenn alles in etwa dieselbe Lautstärke hat. Das Compressor-PlugIn sorgt dafür, dass das Volumen der Stimme ohne große Übersteuerungen auf einem ähnlichen Level bleibt.


Wie hochwertig Ihre Ausstattung auch ist: Audioaufnahmen und ihre Bearbeitung kosten Zeit. Falls Sie sich die sparen und auch nicht ins Equipment investieren möchten, sind professionelle Agenturen eine gute Alternative. Sie übernehmen den technischen Teil der Aufnahmen komplett, stellen bei Bedarf Moderatoren und beraten Sie zu inhaltlichen Fragen. Mit Podcasts wie aktiv zuhören - Wirtschaft to go! oder Wir. Hear. - Ein Podcast über die Chemieindustrie im Wandel haben wir von IW Medien bereits einige Audioprojekte inhaltlich und technisch umgesetzt. Sprechen Sie uns an, und wir finden gemeinsam mit Ihnen heraus, welches Paket am besten zu Ihnen passt!
 

Joshua Nürnberg

Mehr Infos zum Autor.

Joshua Nürnberg
Auszubildender der IW Medien

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