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Beispiele für gute Objectives and Key Results (OKR): So setzen Sie die Methode richtig um

Lesezeit: 3 min

Beispiele für gute Objectives and Key Results (OKR): So setzen Sie die Methode richtig um:

Was es mit dem agilen Framework der Objectives and Key Results-Methode auf sich hat, haben wir bereits am Beispiel von IW Medien genauer beschrieben. Die größte Herausforderung liegt dabei oft in der Planung und Formulierung der richtigen Objectives und Key Results. Diese sollen motivieren und gleichzeitig auf den Punkt bringen, was das Unternehmen und die jeweiligen Teams in dem kommenden Zyklus erreichen wollen.

Uns ist es besonders wichtig, dass das Team ein Grundverständnis für die Erarbeitung und spätere Formulierung entwickelt hat und nicht nur Beispiele aus anderen Unternehmen oder Teams adaptiert. Denn dabei besteht immer die Gefahr, dass der Transfer auf die eigenen Ziele und Bedürfnisse misslingt. Um eine Orientierung zu bieten, möchten wir dennoch ein paar gute Beispiele für Objectives and Key Results vorstellen und erklären, was sie in unseren Augen dazu macht.

Unser Grundverständnis: Was macht gute Objectives und Key Results aus

Die Objectives sollen immer den abgeschlossenen Zielzustand beschreiben, der nach Ablauf des Zyklus erreicht sein soll. Dieser Zustand soll von der Vision oder den MOALS (mid-term-goals) abgeleitet sein und motivierend, positiv und für alle im Unternehmen verständlich formuliert sein.

Key Results sind die einzelnen Bausteine, die beim Erreichen der Objectives helfen sollen. Sie sollen das Objective messbar machen. Key Results sollte man stets ergebnisorientiert, ambitioniert und realistisch formulieren. Das Wichtigste bei jedem einzelnen Key Result ist dabei die Akzeptanz im Team. Diese sollte der OKR-Master stets überprüfen, denn nur so ist gewährleistet, dass jedes Teammitglied sich mit den Key Results und dem gesamten OKR-Framework identifiziert.
 

Das folgende Beispiel zeigt, wie diese Tipps in der Praxis aussehen:

Nehmen wir an, dass wir eine große Supermarktkette sind und ein stärkeres Bewusstsein für gesunde und nachhaltige Produkte schaffen wollen. Eins unserer MOALS lautet dabei: „Wir rufen das Jahr der gesunden Ernährung aus – sowohl für unsere Kund*innen, als auch für unsere Mitarbeiter*innen.“

Mögliche Objectives und Key Results könnten wie folgt aussehen:

Beispiel eines guten Objective und Keyresults

O: Wir haben gesunde Produkte in unseren Märkten etabliert.

             K: 1.000 zuckerfreie Schokoladen verkauft

             K: 5 Produkte identifiziert, für die wir gesündere Alternativen anbieten können

             K: 1.000 Zucker-Alternativen verkauft

Beispiel für gute Objective und Keyresults 2

O: Wir haben unsere Kunden von gesunder Ernährung überzeugt.

             K: 300 Kunden haben an Info-Abenden teilgenommen

             K: 8 Verkostungsstände geplant und aufgestellt

             K: 30 Aufklärungsgespräche zum Thema Erythrit mit Kunden geführt

Beispiel für gute Objective und Keyresults 3

O: Wir haben unsere Kompetenz erheblich gesteigert.

             K:  3 Mitarbeiter lassen sich zum Ernährungsberater ausbilden

             K: Wir tauschen uns jeden Freitag 30 Minuten über neue Ernährungsfragen der Kunden aus

             K: Wir kennen 5 gesündere Zucker-Alternativen

Sucht man online nach Beispielen für gute OKRs, findet man eine Vielzahl an verschiedenen Ausführungen, Formulierungen und Priorisierungen. Auch bei der Anzahl der jeweiligen Objectives und Key Results gehen die Meinungen stark auseinander. Unsere Erfahrung zeigt, dass 3 Objectives mit jeweils 3-5 Key Results am besten für uns funktionieren. Hier kann man natürlich individuell Änderungen vornehmen.

Das gilt generell für den gesamten OKR-Prozess: Es ist wichtig, dass das Unternehmen sich die Zeit nimmt, einen individuellen Weg zu finden. Dieser sollte den Bedürfnissen des Unternehmens und der Mitarbeiter entsprechen.

Kommen wir auf die oben genannte Onlinesuche zurück, finden wir dort auch zahlreiche Negativbeispiele, die in etwa so aussehen:

Beispiel für schlechte Objective und Keyresults 1

O: Kundenzufriedenheit verbessern

             K: Wir verbessern unseren NPS (Net Promoter Score)

             K: Durchführung von 50 Telefoninterviews

             K: Wir präsentieren einen Maßnahmenplan für das nächste Quartal

Beispiel für schlechte Objective und Keyresults 2

O: Unsere Webseite verbessern und die Conversions steigern

             K: Wir haben pro Monat 7% mehr Besucher auf der Seite

             K: Die Conversion-Rate wird um 10% in Q2 verbessert

             K: Wir verringern die Absprungrate auf den Landingpages

Was stört uns an diesen Beispielen? Zu Beginn haben wir erklärt,  dass Objectives den abgeschlossenen Zielzustand am Ende des Zyklus beschreiben. Objectives wie die Kundenzufriedenheit oder Conversions zu steigern, nennen wir „Evergreens“, da diese immer ein wünschenswertes Ziel darstellen und daher nicht als gute Objectives dienen. Ähnliches gilt für die genannten Key Results. Auch hier sollte man bei der Formulierung den Endzustand nicht aus den Augen verlieren.

Außerdem sollten gute Key Results mit eindeutigen Kennziffern messbar sein.

Diese 3 Tipps helfen dabei, Key Results messbar zu machen:

  • Metrische Ziele

Wir haben in 10 Trainingsläufen über 10 km eine Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 6 Minuten pro/km erreicht.

  • Datensammlung

Wir haben die durchschnittliche Ticketdurchlaufzeit bis Ende des Zyklus ermittelt (jeden Montag wertet man die Daten der Vorwoche aus.

  • Wenn binär, dann mit Meilensteinen arbeiten

Wir haben eine tolle Party organisiert: Location gebucht (20%), DJ gebucht (20%), Catering ist bestellt (20%), Deko für die Location steht (20%), Einladungen sind verschickt (20%)

 

Wir hoffen, wir konnten Ihnen mit den Beispielen eine kleine Hilfestellung bieten und es wird Ihnen und Ihrem Team im nächsten Planning leichter fallen, schnell die richtige Formulierung zu finden. Falls Sie sich darüber hinaus über OKR-Themen und Ihre Erfahrungen mit der Methode mit uns austauschen wollen, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.

Leonardo Sperrle

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Leonardo Sperrle
UX Designer der IW Medien

Ich bin UX Designer geworden, um allen schlecht gestalteten und unverständlichen Produkten den Kampf anzusagen!

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