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TikTok erstellen: Erfolgreich in 6 Schritten

TikTok erstellen: Erfolgreich in 6 Schritten:

Will man junge Leute erreichen, dann muss man ihre Sprache sprechen und sie auf dem richtigen Kanal abholen. Diesen Grundsatz müssen Sie verinnerlichen, bevor Sie Zeit und Budget in Kanalausbau und Kampagnenplanung investieren.  

Junge Menschen kommunizieren anders und schneller. Sie bevorzugen visuelle Medien und möchten Informationen in kurzen, gut aufbereiteten Snacks präsentiert haben (Snackable Content). Die Plattform, die sich dafür hervorragend eignet, ist TikTok. 

Der Kanal eignet sich besonders bei der Ansprache von potenziellen Azubis. Was dazu zu wissen ist, erfahren Sie in diesem Text.

Was zu TikTok zu wissen ist

Was ist TikTok eigentlich? Es handelt sich um eine Videoplattform, ähnlich wie YouTube, die auf Kurzvideos spezialisiert ist. Bekannt wurde die Plattform durch Lippensynchronisationen von Musikvideos und Tanzvideos. Inzwischen ist der Content aber vielfältiger geworden und umfasst auch Erklärstücke zum Beispiel zum Thema Steuern sowie Nachrichten über aktuelle Ereignisse. TikTok hat mittlerweile jährlich über 20 Millionen aktive Nutzer in Deutschland, viele davon zwischen 14 und 20 Jahren.   

Wer junge Menschen ansprechen will, muss also auf TikTok sein. Das klingt einfacher, als es ist. Was hinter einer TikTok-Produktion steckt und wie IW Medien für beroobi, unseren Kanal „Deine Ausbildung in der Industrie: Alles über Alltag, Job und Geld“, die Videos erstellt, sehen Sie hier:

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Von der Idee zum Skript

Bevor Sie mit dem Kanal starten, überlegen Sie zunächst, wen Sie ansprechen wollen. Sollen es Schüler sein, die Nachhilfe suchen, oder sind es junge Erwachsene, die Ihr Produkt kaufen sollen? beroobi hat sich auf Schüler, Auszubildende und Studierende, die Informationen über den Berufseinstieg und das Berufsleben suchen, spezialisiert.  

Nachdem Sie Ihre Zielgruppe definiert haben, geht es an die Themenfindung. Welche Themen sind für die Zielgruppe von Interesse, welche Inhalte sollte sie erfahren? Diese Themenfindung kann einen Tag vor dem Dreh oder sogar am Drehtag stattfinden. 

Wieso so kurzfristig? Der Grund ist einfach: So können Sie aktuelle Themen und Trends direkt mitnehmen und in die Themenfindung einfließen lassen. Das ist besonders wichtig bei TikTok, da der Kanal sehr trendgesteuert ist und auf aktuelle Ereignisse stärker reagiert als andere Social-Media-Kanäle. 

Nachdem Sie die Themen gesammelt haben, müssen Sie sie verschriftlichen. Dazu gibt es verschiedene Methoden. Am besten funktioniert aber eine Skriptvorlage, in der Sie das Thema niederschreiben:

Der Aufbau folgt dabei immer demselben System. Im Falle von beroobi arbeiten wir mit folgenden Punkten:  

  • Einleitung 
  • Hauptteil 
  • Schluss 

In der Einleitung muss der User in das Video reingeholt werden. Bei TikTok hat man maximal 3 Sekunden Zeit, um das zu schaffen. Hier sollten Sie am besten direkt ein Problem aufzeigen, eine Frage stellen oder einen Schockmoment inszenieren. Kurz, knackig und prägnant sind die Zauberworte. 

Hat der User es über diese 3-Sekunden-Schwelle geschafft, muss er bei der Stange gehalten werden. Im Hauptteil müssen Sie das Thema in seinen wichtigsten Punkten erklären. Beachten Sie, dass der Hauptteil nicht zu lang wird und der User hinterher nicht noch mehr Fragen hat. 

Tipp: Kurze Sätze, in Aufzählungen sprechen und eine visuelle Sprache helfen, das Thema besser zu verstehen und in den Köpfen der Zuschauer zu verankern.  

Bei der Skripterstellung ist zudem zu beachten, dass das Geschriebene in 1 Minute oder weniger gesprochen werden kann. beroobi nimmt sich 30 Sekunden als Benchmark. Können Sie ein Thema nicht in 30 Sekunden erklären, sollten Sie es verändern oder in mehrere Teile aufbrechen. Dadurch können Sie auch größere und komplexere Zusammenhänge in gutverdauliche Häppchen verarbeiten.

Gestik und Ton

Nachdem die Skripts erarbeitet wurden und der Inhalt, die Sprache und die Länge passen, machen Sie sich an die Gestik und den Ton. Das heißt vor allem: üben, üben, üben. Besonders wichtig ist es, wie und was betont wird und ob die Aussprache verständlich ist. Außerdem sollten Sie auf das Sprechtempo achten. Zu schnelle Redner können wichtige Infos verschlucken - und bei zu langsamen Sprechern steigen die User aus. 


Gestik

Achten Sie auf die Gestik beim Sprechen. Wildes Herumfuchteln mit den Armen wirkt verstörend und verschreckt den Zuschauer. Gar keine Bewegung hingegen erweckt den Eindruck, dass der Sprecher das Thema auch nicht interessant findet und man deshalb nicht zuhören muss. 

Am besten macht man kleine offene Bewegung, die bestimmte Wörter oder Aussagen unterstreichen. Das Zeigen in die Kamera erweckt zusätzlich den Eindruck, dass man die Zuschauer direkt anspricht. 

Das TikTok-Format ist 1.080x1.920 Pixel, also ein Hochformat. Ausladende Armbewegungen werden daher abgeschnitten. Auch Grafiken und Texte, die Sie über ein externes Programm in das Video einpflegen, können übrigens dem Bildformat zum Opfer fallen.  

Stimme und Mimik

Der Sprecher sollte eine angenehme und klare Stimme haben. Besonders muss er auf die Betonung bestimmter Wörter achten. Wichtige Begriffe sollte er stärker betonen, damit der Zuhörer direkt weiß, was wichtig ist. Eine monotone Stimme hingegen bewirkt das Gegenteil und kann den Zuhörer einschläfern.  

Bei der Mimik kommt es darauf an, welches Thema man vorträgt: Themen, die einen ernsteren Charakter habe, sollten nicht mit einem Lächeln erzählt werden. Sonst nimmt auch der Zuschauer das Thema nicht ernst. Ihre Botschaft kommt nicht richtig an und Sie bewirken das Falsche.

Der Dreh

Beim Dreh ist wichtig, welche Art von Videos Sie drehen wollen. Denn das bestimmt auch die Technik für das Video.


Das Trend-TikTok Video

Das Trend-TikTok-Video ist die einfachste und schnellste Variante. Es ist ein viraler Hit, der besonders gut ankommt bei den Usern. Meist ist es ein Tanz, ein Sketch oder sogar das Nachmachen einer Filmszene. Durch Ihre eigene Interpretation des Trends profitieren Sie von dessen Sichtbarkeit und erreichen dadurch mehr User als normal. Aber aufpassen: Trendvideos allein reichen für eine gezielte Markenstrategie nicht aus. Denn nicht jeder Trend passt zur Marke. Außerdem benötigen Sie ein sehr agiles und flexibles Team, um auf jeden neuen Trend reagieren zu können. Bei TikTok kommen und gehen manche Trends im Stundentakt.  

Trend-Videos sollten mit dem Handy gedreht werden. Dazu benutzen Sie einen Selfiestick oder ein Stativ für Ihr Smartphone. Achten Sie darauf, dass die Beleuchtung gut ist und es keine störenden Hintergrundgeräusche gibt. Aufnahme und Schnitt machen Sie anschließend direkt über die TikTok-App; dazu benötigen Sie keine zusätzliche Technik. Die Hintergrundmusik entnehmen Sie von TikTok. Achten Sie darauf, dass sie lizenzfrei ist.

 

 

Der Sketch

In einem Sketch spielen Sie zu einem Thema eine Art kurzes Theaterstück mit einer Person, die zwei Rollen spielt. Sie verkörpern Fragenden und Antwortenden. Dazu benötigen Sie folgende Technik: 

  • - eine Spiegelreflexkamera 
  • - gutes Licht  
  • - und ein Mikrofon.  

Drehen Sie dabei zuerst den Sprechertext der ersten einzusprechenden Person komplett fertig und anschließend den der zweiten.  

Im Schnitt kombinieren Sie die Texte so, dass daraus ein Dialog entsteht. Die wichtigsten Informationen heben Sie zusätzlich mit der Textfunktion von TikTok hervor.

Das Erklärvideo

Das Erklärvideo wird meist frontal gedreht und nur eine Person ist zu sehen. Das Erklärvideo entsteht meist vor einer neutralen Wand oder einem Greenscreen. So können auf der dahinter liegenden Wand Bilder oder Grafiken eingeblendet werden. Sie helfen, den Inhalt visuell zu unterstreichen. Auch gibt es die Möglichkeit, Schnittbilder über das Video zu legen und man hört den Moderator im Off weitersprechen. 

Die Technik dazu ist aufwendiger. Deshalb sollten Sie Erklärvideos am besten in einem Studio drehen. Wollen Sie einen Greenscreen nutzen, benötigen Sie außerdem eine hochauflösende Digitalkamera. Außerdem ist es wichtig, dass der Raum gut ausgeleuchtet ist und keine unnötigen Schatten zu sehen sind.  

Nachdem Sie Ihre Szenen abgedreht haben, geht es in den Schnitt.

Der Schnitt

Schneiden können Sie das Video auf zwei Arten: entweder mit der internen Schnittfunktion von TikTok oder mit einem Schnittprogramm wie Final Cut oder Adobe Premiere. Ersteres eignet sich für Trendvideos, die Sie mit dem Handy aufgenommen haben. Zweiteres sollten Sie eher für Sketches und Erklärvideos benutzen, da Sie dafür aufwändigeres Videomaterial produzieren. 

Im Schnitt betrachten Sie zuerst das Rohmaterial und suchen die Stellen aus, die Sie für Ihr TikTok-Video benutzen möchten. Achten Sie darauf, dass Sie beim Schneiden keine Wörter abhacken oder Schnittstellen zusammenbauen, die Inhaltlich nicht zusammenpassen. 

TikTok selbst zeichnet sich durch schnelle Schnitte aus. Fürs Fernsehen spricht man davon, dass ein Schnittbild 3 Sekunden stehenbleiben sollte, damit es für das Auge ruhig wirkt. Für TikTok gilt das nicht: Hier kommen kurze Schnitte, der digitale Zoom und kurze Sequenzen zum Einsatz. Genau das gibt dem Video seine Dynamik und kommt bei der Generation Z gut an.

Veröffentlichung

Bevor Sie nun online gehen mit dem fertigen Video, kontrollieren Sie nochmal, ob Sie alles beachtet haben: 

  • Hat das Video eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss und ist der Aufbau für den Zuschauer schlüssig und verständlich? 
  • Kann ich meine User in den ersten drei Sekunden einfangen und ist das Thema erkennbar? 
  • Hat das Video einen Mehrwert für die Zielgruppe und konnte sie etwas lernen und/oder wurde unterhalten? 
  • Hat das Video einen Wiedererkennungswert und spiegelt es meine Marke wider? 
  • Gibt es am Ende einen Call to Action und ergibt dieser Sinn? 
  • Ist der Content teilbar?

Wenn Sie all diese Fragen mit Ja beantwortet haben, können Sie das Video auf TikTok hochladen. Hierzu haben Sie mehrere Möglichkeiten. Wir empfehlen ein Redaktionstool, mit dem Sie die TikToks vorplanen können. Eines davon ist Later. Nutzen Sie kein Tool, haben Sie die Möglichkeit, das Video über die App oder den Desktop hochzuladen.

Die App

Die App hat den Vorteil, dass Sie noch einen Vorschautext für Ihr Video erstellen können. Dadurch erkennen User, wenn sie auf Ihr Profil gehen, sofort den Inhalt des Videos, ohne dass sie es starten müssen. 

Die App hat aber auch Nachtteile beim Hochladen: Sie können Videos nicht automatisiert vorplanen. Stattdessen müssen Sie Ihr Video unter “Entwürfen” speichern und es zur gewünschten Uhrzeit manuell hochladen.

Die Desktop-App

In der Desktop-Version von TikTok können Sie keine Vorschautexte einpflegen.  

Die Desktop-App bietet Ihnen dafür die Möglichkeit, Videos bis zu 10 Tage vorzuplanen - allerdings nur, wenn sie einen Businessaccount bei TikTok haben. Die Umwandlung eines privaten zu einem Businessaccount ist sehr einfach und unkompliziert. 

Mit der Desktop-App können Sie keine Vorschaubilder und keinen zusätzlichen Text einbinden und auch keine Videofilter nutzen. Das Vorschaubild muss im Zweifel Ihre Designabteilung erstellen – und zwar so, dass es sich stilistisch nahtlos in das Video einfügt. 

Bevor Sie das TikTok-Video hochladen, geben Sie eine Beschreibung ein. In 150 Zeichen erklären Sie, worum es im Video geht. Zusätzlich wählen Sie die wichtigsten Hashtags aus (min. 3 - max. 5), damit das Video auch bei einer Suchanfrage mit ausgespielt wird. 

Die Auswahl der Hashtags können Sie direkt über TikTok treffen. Dort wird Ihnen zu jedem Hashtag das Suchvolumen angezeigt. Nehmen Sie zusätzlich neben kurzen Hashtags immer auch Longtail-Hashtags mit auf.  

Neu bei TikTok ist, dass der Beschreibungstext auch von Google gelesen wird. Achten Sie deshalb auf SEO, denn Ihr Video soll ja auch auf der Ergebnisseite von Google gut ranken.  

Alles erledigt? Dann laden Sie das Video hoch und präsentieren es Ihrer Zielgruppe. 

Tipp: Fertige Videos können Sie auch für andere Kanäle, wie Instagram einsetzen. Hierzu nutzen Sie die Methode der Content Skalierung.

Die Nachbearbeitung

Nur weil das Video jetzt auf TikTok ist, bedeutet es nicht, dass Ihre Arbeit getan ist. Nun kommt die Nachbearbeitung. Diese setzt sich aus folgenden Punkten zusammen: 

  • Analyse 
  • Bezahlte Kampagnen 
  • Community Management 
  • Auswertung 

Analysieren Sie Ihr Video mit dem TikTok-Analysetool. Kontrollieren Sie, ob der Inhalt gut angenommen wird und wie viele Personen das Video betrachten und damit interagieren. Am Anfang ist die Reichweite noch gering, da Sie erst Follower aufbauen.  

Um das zu beschleunigen, nutzen Sie bezahlte Kampagnen. Mit bezahlten Kampagnen können Sie ihre Reichweite schnell steigern. Besonders auf TikTok erzielen Sie gute Ergebnisse, da der Markt noch nicht so gesättigt ist wie auf anderen Plattformen. Setzen Sie sich dabei ein Ziel, das Sie mit den Kampagnen verfolgen:  

Wollen Sie eher Follower, eher Interaktion, oder sollen die User von TikTok aus direkt auf Ihre Webseite kommen? Ich empfehle, zuerst Reichweite und Follower zu steigern und dann mit der Kundenbindung zu beginnen. Dadurch bauen Sie zunächts eine Community auf, wodurch Ihre weiteren Ziele leichter erreichbar werden.  

Für registrierte Nutzer stellt TikTok eine eigene Datenbank mit Beispielen zur Verfügung. Sie liefert erste Idee für Videos, um die dortige Community zu erreichen.

Zu jeder erfolgreichen Kampagne gehört auch die Kundenbindung. Was dabei zu beachten ist, lesen Sie in unserem Blogbeitrag “Community Management: Aus Kunden Fans machen”. 

Bevor Sie die Auswertung Ihres Kanals beginnen, definieren Sie die KPIs, die Sie erreichen wollen. Anschließend können Sie Ihre Daten monatlich, ggf. in kürzen Zyklen, auswerten und kontrollieren. Vergleichen Sie sie dabei mit Ihren KPIs: Erreichen Sie diese mit dem momentanen Stand, unterschreiten oder überschreiten Sie sie? Die KPIs können Sie dabei immer anpassen. Sie sollten aber so gewählt sein, dass sie weder zu leicht noch quasi unmöglich zu erreichen sind.  

Tipp: Erstellen Sie die KPIs so, dass sie Sie anspornen, neue Funktionen und Methoden zu testen.

Fabian Forer

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Fabian Forer
Content Marketing Manager der IW Medien

Ich bin zwar ein Morgenmuffel, aber mein Content spricht für sich.

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